Hohn und Spott für Betroffene: Untersuchungsbericht zum Jobcenter-„Kreativraum“ bleibt unter Verschluss

Der Untersuchungsbericht zum sog. Kreativraum des Bremer Jobcenter bleibt unter Verschluss, so lässt es sich einem heutigen Bericht des Weser Kurier entnehmen.

„Rund 65.000 sind im Land Bremen auf Leistungen vom Jobcenter angewiesen. Den Vorwurf damit nur „der Gemeinschaft der Steuerzahlenden“ auf der Tasche zu liegen haben sich die Meisten unter ihnen vermutlich schon anhören müssen: Wenn nicht im Jobcenter selber, dann in Politik und Medien. Um überhaupt nur einen Cent vom Jobcenter zu erhalten, sind die Betroffenen gezwungen sich in einer für sie meistens als unwürdig empfundenen Art und Weise gegenüber zu entblättern: auch kleinste Kontobewegungen müssen begründet werden. Allen ist klar, sie stehen grundsätzlich schon unter Verdacht, sich hier auf kriminelle Art und Weise Geld zu „erschleichen“, so Tobias Helfst vom Bremer Erwerbslosenverband. 

Der Kreativraum des Jobcenter hat 900.000 Euro gekostet, nochmal 293.000 Euro sind für einen Raum des „Frida-Projekts“ bezahlt worden. Dabei sollen auch Gelder aus den sog. Eingliederungshilfen geflossen sein, berichtet der Weser Kurier. 

„Anstelle von Hilfe und Unterstützung bietet die „Grundsicherung“ vor allem Verdächtigungen und Leistungen die zum Leben nicht reichen. Das die Gelder für die Räume aus für die Betroffenen bestimmten Töpfen scheinbar geflossen sind, bedeutet sogar einen direkten Schaden für die Betroffenen.“, so Helfst weiter.

„Das Verhalten des Bremer Jobcenter ist Hohn und Spott für all die Bremer:innern, die auf es angewiesenen sind. Es zeigt aber auch, der personelle Wechsel an seiner Spitze reichte zur Veränderung nicht aus. Es braucht einen grundlegenden Bruch mit dem System „Grundsicherung“, so Helfst abschließend.